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Online Videorekorder – aus die Maus?

In Deutschland geht’s nur noch über Gesetze – das ist leider nichts neues. Seltenst wird man sich hier noch ohne den Einsatz von Rechtsmitteln einig. Abmahnungen sind gerade im Internetumfeld mittlerweile an der Tagesordnung. Eine sehr traurige Entwicklung, wie ich finde.

Aktuelles Beispiel der letzten Wochen und Monate ist das Thema Online-Videorekorder. Ich hatte ja bereits vor einiger Zeit über save.tv geschrieben. Ich hatte es damals selbst getestet und grundsätzlich für sehr praktisch befunden. Nun war aber zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass nicht alle TV-Sender das so positiv sehen wie die Benutzer (Kunden).

Im Mai diesen Jahres musste shift.tv – ein anderer Anbieter eines Online Videorekorders – eine ordentliche Schlappe hinnehmen. Er darf für seine Kunden keine Programminhalte der RTL-Sendergruppe mehr aufzeichnen weil das Angebot angeblich gegen das Urheberrecht verstoße.

Analysieren wir das ganze doch mal: Ich melde mich bei einem dieser Online Videorekorder an und kann dann Sendungen programmieren. Nach der Aufnahme und einer gewissen Zeit die für die Codierung in ein Platzsparendes Format gebraucht wird (bei save.tv war das wmv – Windows Media Video) kann ich die Datei dann runterladen und anschauen. Die Datei steht nur mir zum Download zur Verfügung. Für diese Dienstleistung bezahle ich einen Monatsbeitrag. Für den Videorekorder einen Einmalbeitrag.

Was genau ist hier nun anders als bei herkömmlichen Video/DVD-Rekordern? Richtig – nichts. Außer vielleicht der Tatsache, dass der ein oder andere Hersteller eines Offline-Videorekorders langjähriger Kunde und Geschäftspartner der RTL-Werbeabteilung ist!? Vielleicht – wir wissen es nicht.

Vielleicht ist das auch der Grund warum RTL nun Serverbetreiber abmahnt die kostenlosen (werbefinanzierten) Webspace und Traffic für einen ebenso kostenlosen Online Videorekorder zur Verfügung stellen (dazu mehr in einem eigenen Beitrag). Hier wird ebenfalls sichergestellt, dass nur derjenige, der die Aufnahme in Auftrag gegeben (programmiert) hat, die Sendung dann auch sehen kann. Dennoch mahnt RTL hier ab. Man fühlt sich hier in seinen Markenrechten betrogen, weil die Dateinamen den Begriff „RTL“ beinhalten.

Ich habe in letzter Zeit immer wieder etwas durch’s Internet gestöbert und interessanterweise scheint in diesem Segment primär RTL der große Abmahner zu sein. Man lies fast ausschließlich von Problemen mit dem Kölner Sender – andere bleiben in diesem Umfeld offenbar völlig ruhig. RTL mahnt weiter ab.

Wann unternimmt eigentlich mal endlich jemand etwas um deutsche Gerichte von Korruption zu befreien? Anders kann man eigentlich die teilweise mehr als Schwachsinnigen Begründungen (nicht nur in diesem Bereich) nicht mehr erklären.

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