Gestern Abend hat RTL zum ersten mal die Show “Ab durch die Wand gesendet”. Dabei müssen B-Promis herannahende Wände “durchdringen” in dem sie möglichst exakt Figuren nachahmen die auf den Wänden in Form von Löchern abgezeichnet sind. Schaffen sie die Figuren nicht, fliegen sie entweder in einen Pool vor dem sie stehen, oder sie durchbrechen die Styroporwand. Beides wird dann als Fehler gewertet. Für jede erfolgreiche Figur gibts dann einen Punkt und die Mitglieder der Gruppe, die am Ende die meisten Punkte hat, kämpfen dann am Schluß um den Sieg. Soweit so langweilig. Na ok, ein klein wenig unterhaltsam war das. Die Moderatoren Sonja Kraus und Dirk Bach sind weitestgehend gut geeignet und durch einige Kandidatenpersönlichkeiten kann so eine Show in der Tat lustig sein. Ross Anthony (Brosis/Popstars) war z.B. so einer. Durch andere Kandidaten wird so eine Show hingegen nahezu unerträglich.
Das Paradebeispiel dafür war gestern Fiona Erdmann. Gerüchten zufolge hat sie schon beim Topfmodel-Wettbewerb durch ihre “besondere Persönlichkeit” für Aufsehen gesorgt, aber das was da gestern bei RTL ablief, war alles andere als feierlich. Eigentlich hätte RTL die Aufzeichnung der Show nach 5 Minuten unterbrechen und mit einem anderen Kandidaten nochmal von vorne anfangen müssen. Einen derartigen Mix aus Selbstdarstellung und Kleinkindgehabe erlebt man von einem erwachsenen Menschen selten und erträgt ihn auch kaum länger als ein paar Minuten. Frau Erdmann hat jeden einzelnen, möglichen Moment genutzt um sich in den Vordergrund zu drängen. Egal ob das nun eine Beschwerde über den Spielverlauf eines anderen Kandidaten, oder die Freude über eine gewonnene Runde durch irgendwen. Jede Sekunde in der nicht gerade eine Wand auf einen Kandidaten zurollte war eine potentielle Fiona-Erdmann-in-den-Vordergrund-Runde.
Bitte! Bitte! Diese Frau nicht wieder im Fernsehen engagieren – geht gar nicht. Von mir aus soll sie Modeln und meinetwegen hängt ihre Fotos überall auf – sie sieht ja ganz nett aus, aber bitte lasst sie nicht wieder den Mund vor einer Fernsehkamera aufmachen. Das ist schlichtweg nicht zu ertragen.
RTL Explosiv hat gestern Eltern gewarnt panisch gemacht mit einem Beitrag über Emos. Leider weiß RTL nicht was Emos sind und die Tatsache, dass sie das nicht mal selbst erkannt haben führt zu mehr Panikmache als nötig gewesen wäre.
Hier der Beitrag von RTL:
Und hier diverse ausführliche Kritiken dazu:
Liebe Eltern, die Sie jetzt denken “Hilfe, mein Kind ist Emo! Wie krieg ich die Beerdigung bezahlt?”: bitte glauben Sie nicht diesen enthirnten Schwachsinn, den RTL gestern Abend in Ihre Kacheltisch-Wohnzimmer gesendet hat.
Kann die mal bitte jemand abstellen? Die schreit nun schon bestimmt zum zwanzigsten mal heute Abend mit geballtem Mäusefäustchen “Wow, wir haben einen fantastischen neuen Guiness-Weltrekord”. Das ist ja nicht auszuhalten.
Abgesehen davon stammt das Zitat des Abends vom betreuenden Arzt, der bzgl. der Klodeckel-mit-Kopf-zerschlagen-Veranstaltung gesagt hat “Ein paar Gehirnzellen werden schon kaputt gehen, aber davon werden wir heute Abend nichts merken”. Das denke ich auch, Herr Doktor. Ein paar tausend Gehirnzellen weniger werden bei dieser Veranstaltung sicherlich nicht auffallen.
Wie viel die Produktionsfirma von Entern oder Kentern wohl den Vereinen für Ihre Teilnahme bezahlt? Wegen des puren Ruhms machen die da doch sicherlich nicht mit oder? Hat die Sendung überhaupt noch Quote?
Ich hab’ heute seit der ersten Sendung zum ersten mal wieder reingeschaut und wurde nicht überrascht. Es war wie erwartet: langweilig, unspannend, gähnreizend und … naja … RTLig. Was will man erwarten – diese Produktion ist so billig wie die Idee – die Moderatorin kann auch nicht glänzen (konnte sie noch nie) und die Gäste passen maximal in die Schublade D-Prominenz.
Die Tatsache, dass RTL so etwas Wochentags zur Primetime sendet zeigt wie es um das deutsche Fernsehen und v.a. um den Sender aus Köln steht. Traurig aber wahr.
Vermutlich war es so, dass die ganzen siebzehnjährigen Mädchen, von denen jeder annahm, dass sie Monrose zum Grand Prix telefonieren würden, sich an die Gruppe einfach schon nicht mehr erinnert haben. Monrose? Die sind doch total 2006! Mann, damals war ich sechzehn!
In Deutschland geht’s nur noch über Gesetze – das ist leider nichts neues. Seltenst wird man sich hier noch ohne den Einsatz von Rechtsmitteln einig. Abmahnungen sind gerade im Internetumfeld mittlerweile an der Tagesordnung. Eine sehr traurige Entwicklung, wie ich finde.
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